Am 17. Juli 2025 besuchte uns die Zeitzeugin Eva Weyl und sprach vor allen Schüler*innen der 9. und 10. Klassen. Die Veranstaltung fand im Rahmen der schulischen Erinnerungsarbeit statt und bot den Jugendlichen eine außergewöhnliche Gelegenheit, einen authentischen Einblick in die Geschichte des Holocaust zu erhalten – erzählt von einer Frau, die als Kind selbst Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurde.
Eva Weyl wurde 1935 in den Niederlanden geboren. Ihre Eltern waren zuvor aus Deutschland vor dem zunehmenden Antisemitismus geflohen. 1942 wurde die Familie ins Durchgangslager Westerbork deportiert – Eva war damals 6 Jahre alt – wo sie bis zur Befreiung 1945 lebten. In ihrem Vortrag erzählte sie eindrücklich und mit großer Offenheit von ihrem Alltag im Lager, von der Angst vor den wöchentlichen Deportationen nach Auschwitz und von den scheinbar „normalen“ Bedingungen, unter denen sie als Kind trotzdem versuchte, ein Stück Kindheit zu erleben.
Eva Weyls Vortrag war nicht nur ein historischer Bericht, sondern vor allem eine Botschaft an die junge Generation. Immer wieder betonte sie die Bedeutung von Zivilcourage, Empathie und Mitmenschlichkeit. „Der Holocaust begann nicht mit Gaskammern“, sagte sie, „er begann mit Worten, mit Ausgrenzung und mit dem Wegschauen.“ Schuldig seien für sie nur die Täter, nicht aber die späteren Generationen – auch dadurch ist ihre Geschichte schlussendlich eine über Nächstenliebe und Hoffnung.
Viele Schüler*innen zeigten sich bewegt und beeindruckt von der Geschichte von Eva Weyl, aber auch von ihrem heutigen Blick auf die Welt: Alle Menschen seien gleich, Religion und Herkunft egal. Der Besuch war nicht nur eine Begegnung mit der Vergangenheit, sondern auch ein Appell für die Zukunft: Für eine Gesellschaft, die hinschaut, die handelt und die sich gegen jede Form von Diskriminierung stellt.
Ihre Worte werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.