Wie sieht der Alltag in einer Justizvollzugsanstalt aus? Wer arbeitet dort und welche Aufgaben übernehmen die verschiedenen Berufsgruppen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Schüler*innen der Klassenstufe 10 bei einem Besuch von Mitarbeitenden der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heimsheim. Die Idee für den Workshop kam aus der Elternschaft, wofür wir uns herzlich bedanken möchten.
Die Mitarbeiter der JVA Heimsheim gaben den Schüler*innen einen anschaulichen Einblick in das Leben und Arbeiten hinter den Gefängnismauern. Dabei stellten sie nicht nur die unterschiedlichen Aufgabenbereiche innerhalb des Strafvollzugs vor, sondern berichteten auch aus ihrem beruflichen Alltag und erläuterten, welche Wege zu einer Freiheitsstrafe führen können.
Die Zehntklässler*innen nutzten die Gelegenheit intensiv und stellten zahlreiche Fragen zum Alltag im Gefängnis. Dabei wurden auch manche Vorstellungen, die durch Filme und Serien geprägt sind, kritisch hinterfragt. Insbesondere die oft romantisierte Darstellung des Gefängnislebens konnte durch die authentischen Berichte der Referenten realistisch eingeordnet werden. Besonders eindrücklich waren die Einblicke in den Alltag von Inhaftierten. Die Schüler*innen erfuhren, wie begrenzt der verfügbare Lebensraum im Gefängnis ist, wie stark der Tagesablauf reglementiert wird und welche Einschränkungen mit dem Entzug der persönlichen Freiheit verbunden sind. Thematisiert wurde außerdem, welche Konsequenzen Verstöße gegen die Anstaltsregeln haben können und dass im Strafvollzug je nach Sicherheits- und Gefährdungseinschätzung unterschiedliche Vollzugsformen Anwendung finden. Auch die Unterschiede zwischen Untersuchungs- und Strafhaft wurden anschaulich erläutert und diskutiert. Besonders eindrücklich war für einige Schüler*innen die Möglichkeit, verschiedene Hand- und Fußfesseln selbst auszuprobieren. Dabei wurde unmittelbar erfahrbar, wie sehr Freiheit im Alltag als selbstverständlich wahrgenommen wird und welchen Einschnitt ihr Entzug bedeutet.
Darüber hinaus profitierten die Jugendlichen von den langjährigen Erfahrungen der beiden Referenten, die offen und anschaulich von ihrem Berufsalltag berichteten. Dabei wurde deutlich, dass die Arbeit im Justizvollzug nicht nur verantwortungsvoll, sondern mitunter auch herausfordernd und nicht ganz ungefährlich ist.
Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Kramer und Herrn Colucci für ihren Besuch und die spannenden Einblicke in einen Arbeitsbereich, der vielen Jugendlichen bislang weitgehend unbekannt war.