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Kursfahrt nach Berlin

Am frühen Donnerstagvormittag des 26.09.2019 traf sich der 4-stündige GK-Kurs, bestehend aus 10 Schülern am Stuttgarter Hauptbahnhof, um auf eine politische Exkursion nach Berlin zu fahren. Nach der Ankunft in der Hauptstadt checkten wir gegen 15 Uhr in das am Alexanderplatz gelegene Hotel ein. Den restlichen Nachmittag gestalteten wir nach eigenen Interessen und Ermessen. Abends trafen sich alle Exkursionsteilnehmer im Foyer, um den nächsten Tag und die geplanten Programmpunkte zu besprechen. 

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel am darauffolgenden Morgen, suchte der Kurs den Bundestag auf und wohnte auf den Besucherrängen einer Plenarsitzung bei, in welcher über einen Antrag der AfD zum Arbeitslosengeld I heftig diskutiert wurde. Obwohl die Debatte äußerst interessant war und alle Schüler und auch die beiden Lehrerinnen dieser gerne noch weiter zugehört hätten, traf sich die Gruppe nach 1 ½ Stunden anschließend zu einem Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir (Grüne/Bündnis 90). Wenngleich Herr Özdemir auf unsere vorbereiteten Fragen teils nur oberflächlich einging, war das Interview für alle eine lehrreiche Erfahrung und schlussendlich waren die Erwartungen in die Gesprächsrunde erfüllt worden. Am Nachmittag stand eine Lobbyismus-Stadtrundführung an, organisiert von "Lobby-Control", einer Organisation die Recherchen, wissenschaftliche Hintergrundanalysen als auch Kampagnearbeit leistet, um den Lobbyismus in Deutschland transparenter zu machen. Hierzu traf sich der GK-Kurs mit einer Stadtführerin vor dem BPA (Bundespresseamt), die während der Führung die Zusammenhänge im Lobbyismus rund um den Bundestag erklärte. 

Am Samstag fand die Führung in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen statt. Herr Leuschner, ein Zeitzeuge, führte uns durch das ehemalige Stasi-Gefängnis. Im Rahmen des Rundganges führte man uns auch zu seiner ehemaligen Gefängniszelle, in welcher er ein Jahr und neun Monate eingesperrt war. Jeweils zu dritt durfte die enge Zelle von uns betreten werden. Mehr als beklemmend und beängstigend war dann die Situation, als die Gefängnistür geschlossen und der Riegel vorgeschoben wurde, denn die "Insassen" waren plötzlich von vollkommener Dunkelheit umgeben - niemand sah mehr die Hand vor Augen. Durch die Stille und Dunkelheit stellte sich zudem ein Gefühl der panischen Orientierungslosigkeit ein. Obwohl alle den Erzählungen hautnah folgen konnten, war es für jeden Einzelnen trotzdem unvorstellbar, wie es sich angefühlt haben musste, fast zwei Jahre unter solchen Bedingungen eingesperrt gewesen zu sein. Es kann ohne Übertreibung gesagt werden, dass die Führung durch die Gedenkstätte und der Zeitzeugenbericht für uns alle mehr als bedrückend war, alle nachdenklich stimmte. 

Am Abend traf sich der gesamte GK-Kurs zum gemeinsamen und leckeren Abendessen in einer Pizzeria und ließ den letzten Tag der Berlin-Exkursion entspannt und freudselig ausklingen. Die drei Exkursionstage vergingen schneller als gedacht, so dass wir uns am Sonntagmorgen zum Bahnhof aufmachten, um die Rückreise nach Stuttgart anzutreten. Auf dem Weg dorthin nahmen wir noch ein paar flüchtige Eindrücke des gestarteten Berlin-Marathons mit und saßen kurz darauf im Zug Richtung Heimat. Wir hatten viel erlebt und wir waren uns alle einig, dass die Berlin Exkursion ein voller Erfolg war!

von: Annika Messerle, K2